“Einer der ersten Sätze, die mir Kenneth Hujer nach seiner Ankunft in Rom vor gut einem Jahr schrieb, war: “Habe ich mich in Berlin zuletzt unter eigenen Trümmern begraben, mit Rom stehe ich im monströsesten Trümmerhaufen abendländischer Geschichte. Keine Ahnung, wie ich mich hier einmal in meiner Gegenwart sinnvoll einrichten soll, wenn doch alles um mich herum bereits vergangen ist. Jetzt aber muss ich fix weiter: endlich eine Wohnung finden.”
Einige Wochen später drückt man ihm eine Kamera in die Hand, mit der er seitdem seine Blicke ablichtet. Mir scheint, als habe ihm die Fotografie darin das beschert, was er zuvor vehement anzweifelte: sich in seiner Gegenwart einzurichten. Zwischen wöchentlicher Vorfreude auf die entwickelten Abzüge und zurückblickendem Staunen entstand die Absicht, das Vergangene in die Zukunft zu retten.”
(Elouise von Rehe)
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